The Return of Casablanca

Auf Sailor Senshi.de läuft ein Fanfiction Contest, an dem ich teilgenommen habe. Aufgabe war es, eine FF zu schreiben, die anlässlich des 1 jährigen BEstehens von Sailor-Senshi.de, von dem Geburtstag einer beliebigen Sailor Kriegerin handeln sollte. Ich habe mich für eine Story über Sailor Mars entschieden.

In dem Sinne Alles Gute zum Geburtstag!

Geschrieben von StarFighter/Michiru 

 


Image 

 

Vogelzwitschern. Der Wecker klingelt. Doch wenn ich dich Augen aufschlage bleibt es dunkel. Die Vorhänge sind noch von der Nacht zugezogen. Langsam stand ich auf. Tränen trübten meinen Blick. Heute war der 17. April und ich wachte wie immer allein auf. Ich ließ die Vorhänge geschlossen und ging ins Bad. Das heiße Wasser tat gut auf ihrer Haut. In einer Stunde müsste ich fertig sein. Die Mädchen hatten eine Party für mich organisiert und erwarteten mich bei Bunny zu Hause. Ich hatte keine Lust zum Feiern. Jedes Jahr weinte ich an meinem Geburtstag.

Schmerzlich erinnerte sie sich an jene Tage zurück, an denen sie mit Kaido ihren Geburtstag gefeiert hatte. Das letzte Mal lag drei Jahre zurück. Nach seiner Ankündigung hatte er wahrscheinlich geheiratet und verfolgte nun ebenfalls seine Politiker Karriere. Sie seufzte leise und trat aus der Dusche. Mit dem Handtuch umwickelt trat sie vor den Kleiderschrank. Sie wählte das Kleid, was sie vor drei Jahren getragen hatte. Es war schneeweiß mit langen Ärmeln. Der Kragen lag sanft auf ihren Schultern geschmückt mit einer weißen Rose. Ihre langen schwarzen Haare ließ sie offen über den Rücken fallen. Sie bildeten den idealen Kontrast zu dem weißen Kleid.

So war ich ihm begegnet. Und so habe ich ihn lieben gelernt. Immer wenn ich mich so im Spiegel sehe, muss ich an jenen Tag im Regenbaum denken. Ich erinnere mich genau an die Melodie der Spieluhr und an den feinen, grauen Anzug, den Kaido trug.

Als sie raus in den Sonnenschein trat, hielt sie die Hand vors Gesicht, um nicht geblendet zu werden. Sie bemerkte nicht, dass jemand an dem großen Wunschbaum stand. Dieser große, alte Baum, voll mit Wunschzetteln aus dem Schrein, die doch nie alle in Erfüllung gingen. Der Wind spielte in dem weißen Kleid, als sie die lange Treppe des Hikawa Tempels hinunter ging.

Ich fühlte den Wind um mich herum, in meinen Haaren. Sanft strich er über mein Gesicht. Er erinnerte mich an den Kuss, den ersten und einzigen. Ich habe erkannt, dass ich nicht fähig bin, zu lieben.

An Bunnys Haus angekommen, versuchte sie alle Emotionen aus ihrem Gesicht zu verbannen. Sie klingelte. Eine fröhliche Minako öffnete ihr die Tür. „Rei!!! Alles Gute“, schrie sie und fiel ihr um den Hals. Ein kleines Bisschen der Fröhlichkeit färbte auch auf sie ab. Nacheinander beglückwünschten sie die Mädchen. Bunny und Mamoru standen neben einander. Die beiden waren so vertraut.

Jedes Mal, wenn ich die beiden sah, wünschte ich mir ebenfalls so viel Glück zu haben. Doch solch immenses Glück schien einer einfachen Sailor Kriegerin verwährt zu bleiben. Makoto rollte eine riesige Geburtstagstorte herein, die alle der Reihe nach bestaunten. Bunny erklärte bereits jetzt wie lecker sie sein würde und rieb sich den Bauch. Aber der Kuchen war nicht alles, was Makoto mitbrachte. „Rei“, setzte sie an, „das ist heute morgen hier für dich abgegeben worden.“ Sie reichte ihr nur eine weiße Lilie.

Als ich die Blume sah, wurde der Kloß im Hals immer größer. Zittrig nahm ich das Geschenk entgegen. „Kaido“ flüsterte ich völlig abwesend. Hektisch sah ich zum Fenster hinaus. Niemand. „Wer…wann“ ich konnte nur noch stottern. Wie ein schlechtes Omen verdunkelte sich der Himmel und es fing an zu Regnen. Die Mädchen starrten sie an. SO aufgelöst hatten sie Rei nur ein einziges Mal gesehen und das war nun drei Jahre her. Damals hatte sie der Liebe abgeschworen und sich ganz ihrer Aufgabe gewidmet. Doch nun war Frieden eingekehrt und ihre Aufgabe als Senshi ruhte.

Panik ergriff mein Herz. Ich wollte ihn sehen! Drei lange Jahre schreit mein Herz danach. Aber vielleicht war es auch nur ein Zufall. Vielleicht waren die Blumen von jemand anderes. Gar von meinem Vater.

Makoto trat neben sie. Rei war am Boden zerstört, dass konnte sie sehen. „Du darfst nicht aufgeben, das hast du doch noch nie getan, Sailor Mars!“ Die großen dunklen Augen musterten sie. Makoto sah zur Tür.

Wie gut sie mich doch kannte! Auch wenn es regnet, stürmt oder schneit, würde ich jetzt da raus gehen. Auch wenn ich wieder kommen würde und ihn nicht finden würde… Langsam setzte ich einen Fuß vor den anderen, verfiel in einen Laufschritt und sprintete schließlich los.

Die Tür knallt zu. Es wird kalt. Regen. Überall Regen. Durchnässt die Kleider.

Der Atem ging schnell. Welche Richtung? Willkürlich.

In meiner Verzweiflung und meiner Wut über mein eigenes naives Verhalten blieb ich schließlich stehen. Meine Lunge brannte. Mein Atem stob in weißen Wölkchen vor mir her. Die Tränen gruben sich wie Säure in meine Haut. Wütend schlug ich mit der Faust gegen die Laterne und sank daran herunter.

Wie ein Häufchen Elend saß sie da, den kopf auf die Arme gestützt, der flackernde Schein der Laterne über dem vom Schluchzend zitternden Körper. Und der Regen. Nass und erbarmungslos. Der Schirm der sich zwischen sie und den Regen schob bemerkte sie zunächst nicht. Als sie den Kopf langsam hob, sah sie in diese tiefen, vertrauten Augen. Er nahm sanft ihre Hand und zog sie auf die Füße.

Ich traute meinen Augen nicht. Da stand er vor mir in einem dunklen Anzug und einem Schirm, ganz der Gentleman, der er immer gewesen war.

Das wunderschöne Gesicht mit den leicht gerunzelten Augenbrauen und den sanft geschwungenen Lippen, starrte ihr Gegenüber an bis sie ihre Gefühle nicht mehr zügeln konnte und ihm um den Hals fiel. „Wie könnte ich denn deinen 20. Geburtstag ignorieren.“ sagte er mit seiner beruhigenden Stimme.

Ich löste mich von ihm, da die Umarmung mit ihm nach den Jahren unvertraut wirkte. Ich fasste seine Hände und strich sanft darüber. Sehr zaghaft ertastete ich das kalte Gold an seinem Ringfinger. Die Panik stieg erneut in mir auf. Ich ließ seine Hände fallen. „Danke für die Blumen“ sagte ich trocken. Der Schmerz war unerträglich.

Er lächelte nur und spürte nicht, was die Frau ihm gegenüber immer noch für ihn empfand. „Das Kleid sieht immer noch zauberhaft an dir aus.“ Sie wich seinem Blick aus.

Erst nach und nach wurde ich mir meiner eigenen Dummheit bewusst. „Verwandte im Geist“, flüsterte ich. „Was“ „Du hast dich verändert“ sagte ich nur und ging.

Es hatte nicht aufgehört zu regnen. Das lange schwarze Haar hing strähnig herunter und das Kleid schimmerte durchsichtig. Ohne Hast schritt sie davon. „Wenn ich in jemanden verliebt wäre, würde ich genauso handeln und alles daransetzen, dass alles mir gehört. Ich würde alles falsch machen… Und deshalb werde ich mich niemals verlieben. Ich brauche jetzt keine Liebe, denn in euch allen habe ich Verwandte im Geiste, die dasselbe Ziel verfolgen, und das reicht mir.“

Doch jenes Ziel, was ihr damals geholfen hatte, aus ihrer Krise zu entfliehen, war seit einiger Zeit erreicht. Sie hatte keine Aufgabe, sie hatte keine Liebe, sie hatte NICHTS. Sie hatte nur Geburtstag. Und es regnete. Die weiße Lilie glitt zu Boden. Der Regen zerdrückte unbarmherzig die Blüten.

An einem Restaurant blieb sie stehen und sah im Schaufenster ihre Jugend vorbei ziehen.

Der Regen perlte an dem dunklen Schirm ab und plätscherte hinunter auf den Asphalt. Der Blick des Mannes war verwirrt und traurig. Abwesend schaute er auf seinen Ehering. Er schluckte schwer. Entsetzen stand in seinem Gesicht. Er lies den Schirm fallen und rannte los.

Rei hatte sich entschlossen zu Bunny zurückzukehren. Sie wollte den Abend wenigstens unter Freunden ausklingen lassen. Makoto öffnete ihr diesmal und sah sie aufmunternd an. Die restlichen Stunden verbrachten sie damit die riesige Geburtstagstorte zu verspeisen. Bunny as fünf Stücke. Niemand wusste so Recht, wo sie das alles hin stopfte. Der Tag neigte sich dem Ende entgegen und langsam verabschiedeten sich die ersten. Amy wollte zu Bett, immerhin war morgen Schule und Minako musste noch Hausaufgaben machen. Typisch. Makoto blieb noch, um Bunny beim Aufräumen zu helfen.

Ich verabschiedete mich, nachdem mir Bunny mehrmals beteuert hatte, dass ich nicht mehr helfen musste. Die kühle Nachtluft tat gut auf der Haut. Langsam schlenderte ich durch die Nacht, meine Gedanken genauso weit entfernt, wie die Sterne am Himmelszelt.

Vor den Stufen des Hikawa Tempels blieb sie seufzend stehen. Allmählich machte sie sich an den Anstieg. Als sie oben angekommen war, starrte sie unvermittelt in diese wunderschönen Augen, die ihr heute schon einmal begegnet waren.

Bevor ich etwas sagen konnte, stand er schon vor mir und schob seinen weichen Zeigefinger über meine Lippen. Sanft schüttelte er den Kopf und bedeutete mir zu schweigen. Er kam mir so nah, dass ich sein Aftershave riechen konnte, herb und männlich verschlug es mir den Atem. Er führte sein Gesicht ganz nah an mein Ohr ran. Ich hörte nur ein Klimpern auf dem Betonboden und wie er flüsterte: „Ich bin seit zwei Jahren geschieden.“ Ungläubig sah ich ihn an. Immer noch ruhte sein Finger auf meinen Lippen. Als er ihn wegzog wurde seine weiche Haut von seinen warmen Lippen abgelöst, die sich sanft, aber verlangend auf meine drückten.

Verschlungen standen sie da, beschattet vom großen Baum der Wünsche. Eines war klar, Rei würde niemals wieder seine Macht bezweifeln. Liebe kommt stets unerwartet und ist immer das schönste Geschenk auf Erden. Für Rei ein Geschenk an ihrem 20. Geburtstag, dass sie nie vergessen wird.

-The End-